
Besitzer: Comte Alexandre de Lur Saluces
AOC: Sauternes
104 ha; 6500 Kisten
Rebsorten: Semillon 80 %, Sauvignon Blanc 20%
So entsteht ein großer Sauternes
Auf der Welt gibt es nur wenige Orte mit solch legendenumwobenem Wein wie die alte Feste Yquem mit ihrem goldenen Nektar. Wo anders als in Frankreich hätte auch ein derartiges Monument aristikratischer Kunstfertigkeit entstehen können. Seit über 200 Jahren bedeutet Wein in unvergleichlicher Qualität den Lebensinhalt der Familie Lur Saluces auf Yquem.
1785 heiratete Josephine Sauvage d'Yquem, deren Familie schon 200 Jahre hier saß, den Comte de Lur Saluces. Zwei Jahre später besuchte Thomas Jefferson das Chateau und fand den Wein so überaus gut, daß er sich eine Sendung nach Amerika schicken ließ. Wenn man aber den Wein kosten will, der ihm solchen Eindruck machte muß man, dann muß man sich den seltenen "Y" aussuchen, weil die moderne Konzeption des Sauternes als Vin liquoreux, eines intensiv süßen, konzentrierten und öligen Dessertwein also, erst seit dem Ende des 18.Jahrhunderts allmählich Gestalt annahm. Nach der Legende soll der damalige deutsche Besitzer von Chateau La Tour-Blanche, ein Herr Focke, mit der Methode experimentiert haben,nach der die großen Auslesen am Rhein bereitet werden. Der 1847 war der erste Yquem-Jahrgang, von dem es heißt,er sei ganz und gar liquoreux gewesen.

Heute läßt sich die peinlich genaue Sorgfalt in Yquem kaum noch weitertreiben. Die beschriebenen Yquem-Methoden sind das Ideal, dem andere Chateaux nur mehr oder weniger nahekommen.
Zunächst müssen die Grundlagen erläutert werden. Unter bestimmten herbstlichenWitterungsverhältnissen mit Neben am Morgen und Sonnenschein am Nachmittag macht eine der in Weinbergen vorkommenden Schimmelarten eine erstaunliche Wandlung durch: Anstatt die Trauben zu verderben, wirktsie sich duraus wohltätig aus. Bei ansonsten gesunden, reifen und durch keinen anderen Pilzbefall geschädigten Trauben beginnt sie sich von dem Zucker und der Weinsäure in den einzelnen Trauben zu nähren, indem sie so feine Würzelchen in sie hineinsenkt, daß sie die mikroskopisch feinen Poren der Traubenschale durchdringen. Die Beeren schrumpfen rasch ein, werden zunächst schimmelig grau, dann violettbraun, ihre Schalen werden weich. Inzwischen haben sie über die Hälfte ihres Gewichtes eingebüßt, aber weniger als die Hälfte ihres Zuckergehaltes. Der Saft ist hochkonzentriert, außerordentlich süß und reich an Glyzerin. Bei vollkommenen Verhältnissen ( z.B. 1967 und 1989 ) geht dieser Prozeß ganz plötzlich und vollständig vor sich.

Leider läuft das Ganze in den meisten Jahren nur allmählich ab. Die Beeren werden nur fleckenweise, manchmal auch nur einzeln, von der Edelfäule befallen. In Yquem gehen die Leser und Leserinnen in vier Gruppen zu je 40 Personen im Schneckentempo durch die Reben und lesen die Beeren- wenn es sein muß einzeln - heraus. Auf diese Weise wird wieder und wieder durchgelesen, bis zu zehnmal, in einem Jahr sogar elfmal. Was dabei an Ertrag herauskommt ist etwa 1 Glas von einem Rebstock.
Im Cuvier werden die Trauben leicht geschwefel durch eine sanfte hölzerne Kelter gegeben und dann unmittelbar in in altmodischen Spindelpressen dreimal abgepresst., wobei der Presskuchen mit Schaufeln aufgelockert und in eine eigentümliche Mühle geworfen wird, wo zwischen den Preßvorgängen die Stile entfernt werden.. Die Lese eines ganzen Tages kommt in ein großes Faß und von dort aus direkt in neue Barriques aus Eichenholz, die zu drei Vierteln gefüllt werden.. Die Tagesernte bildet jeweils eine Einheit, die wieder und wieder abgeschmeckt wird um festzustellen, ob sie die Qualität für den Grand Vin hat. Hat sie sie nicht, dann wird sie als anonymer Sauternes an Händler verkauft. In Yquem gibt es keine zweite Instanz, kein zweites Etikett.
Der Chai wird nun auf 20 C geheizt, um eine stetige Gärung zu begünstigen, die zwischen zwei und sechs Wochen dauert. Wenn etwa 13 bis 14 % Alkohol erreicht sind, bringt ein wundersamer natürlicher Regelmechanismus - eine von der Botrytis, dem Edelschimmelpilz, ausgeschiedenes Antibiotikum - die Wirkung der Hefe zum Erliegen, wobei ein Restzuckergehalt von 120g/l verbleibt. ( 12 % des Weins ).
Ohne dieses Antibiotikum würde der Alkoholgehalt 17 % erreichen, und der Weine käme aus dem Gleichgewicht. Der Zuckergehalt ist überhaupt eine kritische Größe. 20% Gesamtzucker ( d.h. potentieller Alkohol ) im Most sind Ideal. Bei 25 % würde der Gärungsvorgang wie bei der Trockenbeerauslese bei 9 bis 10% Alkohol aufhören. Ein Extremfall ist die Tokajer-Essenz, die so viel Zucker enthält, daß der potentielle Alkoholgehalt 35 % beträgt, aber ein Gärungsprozess überhaupt nicht erst in Gang kommt.

Der Chateau d'Yquem lagert mindestens 3 1/2 Jahre im Faß. Er wird alle drei Monate abgezogen und nie ganz dicht verspundet - was bedeutet, daß über die ganze Lagerzeit alle zwei Wochen aufgefüllt werden muß., denn der Schwund durch Verdunstung beträgt 20 %.

Comte Alexandre de Lur Saluces, der heutige Besitzer, ist ein Neffe des berühmten Marquis Bertrand, der als letzten Jahrgang vor seinem Tod den großen 1967er erlebte. Ihm gehört auch das hervorragende Cru-bougeois-Chateau de Fargues.
Aus dem Buch " Der große Johnson " erschienen im Hallwag Verlag
Das Château d'Yquem ist eines der berühmtesten Weingüter der Erde, es produziert ausschließlich Weißweine, bekannt ist es vor allem für seinen Süßwein.
Das Gut liegt in Sauternes, einer kleinen Ortschaft südöstlich von Bordeaux. Es ist das einzige Gut Bordeauxs, das anlässlich der Klassifikation von 1855 einen offiziellen Status als Premier Grand Cru Classé Supérieur genießt.
Das 100 ha große Weingut war Jahrhunderte im privaten Besitz der Familie Lur Saluces. Der Urahne sei ein "Kind der Liebe" eines der Sonnenkönige von Versailles gewesen. Der heutige Graf Lur Saluces verkaufte das Gut 1996 an den Luxusgüter-Konzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), verblieb zunächst im Angestelltenrang eines Directeur General, wurde nun aber vor kurzem (2004) pensioniert. Er wurde durch Herrn Lurton ersetzt, der vormals auf Château Cheval Blanc, einem der besten Saint-Émilion-Weingüter, verantwortlich zeichnete.
Die Arbeit auf Yquem kennt einige Besonderheiten und Unterschiede zu anderen Weingütern:
Die Lese geschieht mehrfach auf denselben Feldern: man erntet ein Feld nicht nach mittlerer Reife ab, man erntet auch nicht Trauben als Ganzes, sondern selektiert bei der Ernte in mehreren (bis zu zehn) Lesegängen aus den Trauben die einzelnen Beeren heraus, die gerade den richtigen Refegrad haben.
Yquem bringt in schlechten Jahren, wenn das Wetter nicht genügend mitspielte, gar keinen Grand Vin, den "großen" Süßwein unter dem Namen Château d'Yquem heraus. Die Weintrauben werden dann an andere Güter oder Händler verkauft, oder sie stehen dem trockenen Weißwein "Y" (gesprochen Igrek) zur Verfügung. Das heißt bestimmte Jahrgänge von Yquem-Weinen gibt es gar nicht. Das Gut verzichtet dann – bei fortlaufenden Kosten – auf viele Millionen Euro Verkaufserlöse, weil man nicht will, dass ein Wein in den Handel gelangt, der den eigenen hohen Erwartungen und denen der Kundschaft nicht entspricht. Im 20. Jahrhundert geschah dies immerhin neun mal (1910, 1915, 1930, 1951, 1952, 1964, 1972, 1974, 1992).
Yquem belässt den jungen Wein zur Fassreife vier Jahre lang in den Barriques, den Eichenfässern von 225 Litern, ein Jahr mehr als alle anderen Sauternes-Güter, und doppelt so lange wie die hochwertigen Rotweingüter dies tun, bevor die Weine auf Flaschen abgefüllt werden und in den Verkauf gelangen.
Yquem hat eine nachgerade fanatische Qualitäts-Philosophie. Dementsprechend extrem aufwendig wird gearbeitet, und dementsprechend teuer ist der Wein. Pro Hektar werden nur 1250 Flaschen produziert, dies entspricht einem Ertrag von knapp 9 - 10 hl/ha. Aufgrund der hochwertigen Arbeit und aufgrund der besonderen Eigenschaften dieser Weine sind sie äußerst lange haltbar; selbst weit über hundert Jahre alte Flaschen versprechen hohen Genuss.
Literatur Richard Olney: Yquem. Kreativ-Verlag, Zürich 1989, ISBN 3-906622-18-5
Charles Cocks, Edouard Féret, Bruno Boidron: Bordeaux et ses vins. 18. Auflage. Èdition Féret et Fils, Bordeaux, 2007, ISBN 978-2351560136.
Robert Parker: Parker's Wein Guide. München, 2000, ISBN 3-453-16305-2.
Horst Dippel: Das Wein-Lexikon. 3. Auflage. Frankfurt/Main, 1999, ISBN 3-596-13826-4
Château d'Yquem
Erster Cru Supérieur, Bordeaux
« Ich bezeichne Yquem nicht als Wein, denn es existieren « Weine », und Yquem ist einzigartig. Ich bevorzuge das Wort Nektar… » Mit diesen Worten beschreibt Frédéric Dard den einzigartigen Charakter des Königs unter den Weine, diesen Göttertrank….
Château d'Yquem 2006
Erster Cru Supérieur, Sauternes, Weiß
Bordeaux, Frankreich
Benotung durch 1855 : ![]()
Wine Spectator : 95-100/100 Decanter : 5/5 Jancis Robinson : 19/20 Quarin : 17,75/20 Le Point : 19/20
395,00 EUR ohne MwSt.
Pro Flasche (75 cl.)
http://www.1855.com/primeur/vin/10123407/de/d-yquem/
Château d'Yquem 2003Erster Cru Supérieur, Sauternes, WeißBordeaux, Frankreich | ||||||||
![]() | Château d'Yquem 2003 ist ganz einfach ein außergewöhnlicher Jahrgang. Die prächtige Nase ist äußerst komplex. Im Mund ist dieser Wein rund, frisch und von einer herrlichen Länge. Es wäre schön, wenn man ihn bereits jetzt schon genießen könnte...
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297,50 EUR inkl. MwSt.
Pro Flasche (75 cl.)
http://www.1855.com/bordeaux/vin/10085934/de/d-yquem/
Château d'Yquem 2002Erster Cru Supérieur, Sauternes, WeißBordeaux, Frankreich | ||||||||
![]() | Erinnern Sie sich, der Yquem 2001 hat die perfekte Note 100/100 von Parker und dem Wine Specator bekommen und sein Preis übersteigt schon heute 500 Euro pro Flasche... Der Yquem 2002 ist auf dem Niveau seines Preises deutlich erschwinglicher für die Liebhaber dieses himmlischen Tropfens. Seine Farbe ist wie immer die des Goldes. Seine Frucht-Aromen entführen Sie in die Welt der Gärten. Seine Reinheit ist kristallklar. Der Wein ist bereits heute deliziös auf den Lippen, wird aber die kommenden Jahrzehnte majestätisch überdauern. Stückweise erhältlich, auch als Demi-Bouteille, bietet sich hier die Gelegenheit, diesen sagenumwobenen Wein zu probieren.
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198,00 EUR inkl. MwSt.
Pro Flasche (75 cl.)
http://www.1855.com/bordeaux/vin/10067531/de/d-yquem/
Château d'Yquem 1999Erster Cru Supérieur, Sauternes, WeißBordeaux, Frankreich | ||||||
![]() | Mit einer sehr reichen Nase von Wachs und Honig, einem Mund von einer außergewöhnlichen Geschmeidigkeit und einer Raffinesse unvergleichlicher Aromen verfügt dieser Jahrgang von Château d'Yquem über ein unglaubliches Reifungspotential.
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238,00 EUR inkl. MwSt.
Pro Flasche (75 cl.)
http://www.1855.com/bordeaux/vin/10052917/de/d-yquem/
Château d'Yquem 1998Erster Cru Supérieur, Sauternes, WeißBordeaux, Frankreich | ||||||||||
![]() | Ein fast unbeschreiblicher Wein: unschickliche Geschmeidigkeit und wunderbare Fruchtigkeit, ausgewogen durch eine sehr schöne Säure. Ein reiner und komplexer Jahrgang, dessen Ausgewogenheit an Perfektion grenzt. Die drastische Auswahl, die Weinherstellung mit Know-How, die Liebe zum Produkt und die gute Ausführung verhelfen diesem Yquem zu seinem Ruhm.
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286,95 EUR inkl. MwSt.
Pro Flasche (75 cl.)
http://www.1855.com/bordeaux/vin/10052916/de/d-yquem/
