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Die Pfalz

Das Anbaugebiet mit 23.422 Hektar Rebfläche im Bundesland Rheinland-Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte Deutschlands. Bis zum Jahre 1995 hieß es Rheinpfalz. Die zu den ältesten deutschen Weinbaugebieten zählende Pfalz erstreckt sich südlich von Worms gürtelförmig in 80 Kilometer Länge bis an die französische Grenze nördlich des Elsass und von den Hängen des Pfälzer Waldes bis in die Rheinebene. Der Name (lat. Palatium = Palast) leitet sich von den Pfalzgrafen des Heiligen Römischen Reiches ab, die in der Stadt Heidelberg vom 13. bis Mitte des 18. Jahrhunderts residierten.  Im 8. Jahrhundert werden bereits weit über hundert Weinbau-Orte erwähnt.

Ungeheuer 

Die Pfalz ist Deutschlands sonnigstes, fruchtbarstes und ertragsstärkstes Anbaugebiet. Die südliche Hälfte ab Neustadt ist der modernste und am intensivsten genutzte Weinbaubereich Deutschlands. Im Jahre 1935 wurde hier die Idee geboren, eine „Deutsche Weinstraße“ zu schaffen, diese erste deutsche Weinstraße ist zu einem Begriff geworden. Sie führt von Bockenheim im Norden bis Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze. Im an dieser Straße liegenden Bad Dürkheim befindet sich das berühmte als Restaurant genutzte Dürkheimer Fass - das mit 1,7 Millionen Liter Volumen größte Holzfass der Welt.

 

Für Weine aus qualitativ hochwertigen Einzellagen gibt es die Klassifikation Großes Gewächs. Ab 2005 wurde die neue Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung DCP (Districtus Controllatus Pfalz) eingeführt.


Die vielfältigen Böden bestehen aus Buntsandstein, kalkhaltigen Lehm- und Tonböden, Mergel, Keuper, Muschelkalk, Granit, Porphyr und Schiefertoninseln. Die Pfalz besteht trotz der Größe aus nur zwei Bereichen, die in 25 Großlagen mit 330 Einzellagen gegliedert sind. Der Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße umfasst 16 Großlagen. Bekannte Gemeinden mit ihren Lagen sind Bad Dürkheim mit Michelsberg, Nonnengarten und Steinberg; Deidesheim mit Grainhübel, Hergottsacker, Hohenmorgen, Kalkofen, Kieselberg, Mäushöhle und Paradiesgarten; Forst mit Bischofsgarten, Freundstück, Jesuitengarten, Kirchenstück, Pechstein und Ungeheuer; Haardt mit Bürgergarten, Herrenleiten und Herzog; Kallstadt mit Annaberg und Saumagen; Königsbach mit Idig und Ölberg; Ruppertsberg mit Gaisböhl, Hoheburg, Nussbien und Reiterpfad; Ungstein mit Herrenberg; Wachenheim mit Gerümpel und Goldbächel; sowie Zell mit Schwarzer Hergott.

 

Der Bereich Südliche Weinstraße besteht aus neun Großlagen. Bekannte Gemeinden mit ihren Lagen sind Bad Bergzabern mit Altenberg; Billigheim-Ingenheim mit Steingebiß, Rosenberg und Venusbuckel; Birkweiler mit Kastanienbusch, Mandelberg und Rosenberg; Edenkoben mit Heidegarten, Kastaniengarten und Klostergarten; Godramstein mit Münzberg; Kirrweiler mit Römerweg; Maikammer mit Heiligenberg; Schweigen-Rechtenbach mit Sonnenberg; sowie Siebeldingen mit Im Sonnenschein und dem Institut Geilweilerhof.


Über 20 Winzergenossenschaften bewirtschaften rund ein Fünftel der Rebfläche. Das Pfälzer Barrique-Forum bemüht sich um die Qualität von im kleinen Eichenfass ausgebauten Weinen. Bekannte Produzenten sind Acham-Magin, Ackermann Frank, Aloisiushof, Argus Peter, Bärenhof, Bassermann-Jordan, Becker Friedrich, Beck Gerhard, Benderhof, Bergdolt-Reif und Nett, Bergdolt St. Lamprecht, Bernhart, Biffar Josef, Bohnenstiel, Borell-Diehl, Brenneis-Koch, Christmann Arnold, Darting, Dr. Bürklin-Wolf, Dr. Deinhard, Dr. Wehrheim, Fitz-Ritter, Forster Winzerverein, Gaul Karl-Heinz, Gebrüder Bart, Geheimrat J. Wegeler Erben, Gies-Düppel, Gnägy, Henninger IV, Henninger Walter, J. L. Wolf, Kaub Karl-Heinz, Kimich, Klein Gerhard, Knipser, Koch Bernhard, Koehler-Ruprecht, Kuhn Philipp, Lergenmüller, Lucashof, Mesel, Meßmer Herbert, Meyer Frank, Minges Theo, Mosbacher Georg, Möwes, Müller-Catoir, Müller Eugen, Münzberg, Neiss, Ökonomierat Rebholz, Pfaffmann Karl, Pfeffingen, Reichsrat von Buhl, Rings, Sauer Heiner, Schaefer Karl, Schmitt Egon, Scholler, Siegrist, SieneR - Wettstein, Spindler Heinrich, St. Annaberg, Studier, Weegmüller, Weik, Wolf Michael, Ziegler August, Zöller Hermann.

Der Sortenspiegel (2001):


Rebsorte
Synonyme
Farbe
Hektar
%-Ant
RieslingWeißer Rieslingweiß4.86320,8
Müller-ThurgauRivanerweiß3.56815,2
Blauer PortugieserPortugieserrot2.60111,1
Dornfelder-rot2.3029,8
Kerner-weiß1.9148,2
Pinot NoirSpätburgunderrot1.2545,4
SilvanerGrüner Silvanerweiß1.2115,2
ScheurebeSämling 88weiß7223,1
Pinot BlancWeißburgunderweiß6892,9
Pinot GrisRuländer, Grauburgunderweiß6012,6
Morio-MuskatMorioweiß4802,0
Huxelrebe-weiß4041,7
Chardonnay-weiß3031,3
Ortega-weiß2911,2
Regent-rot1710,7
TraminerRoter Traminerweiß3501,5
SchwarzrieslingMüllerreberot1610,7
Dunkelfelder-rot1490,6
Faberrebe-weiß1330,6
Ehrenfelser-weiß720,3
weiße Sorten16.14068,9
rote Sorten7.28231,1
GESAMT23.422100

Links zum Anbaugebiet Pfalz

Homepage Pfalzwein e.V.
Südliche Weinstraße
Verein Deutsche Weinstraße
Touristeninfo zu Neustadt an der Weinstraße
Touristeninfo zu Deidesheim
Touristeninfo zu Maikammer
Touristeninfo zu Edenkoben
Touristeninfo zu Wachenheim
Touristeninfo zur Region Freinsheim

Der Bereich Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße

Die Pfalz grenzt im Norden direkt an das Anbaugebiet Rheinhessen. Pfälzische und zum Rheinhessischen Hügelland gehörende Weinbauorte liegen hier manchmal kaum mehr als einen Kilometer auseinander. Erst etwas weiter im Süden, in der Nähe von Grünstadt, findet man die ersten Weinberge in der Rheinebene. Mit Abstand führender Betrieb der nördlichen Mittelhaardt ist das Weingut Knipser in Laumersheim, östlich von Grünstadt. Volker und Werner Knipser sind vor allem für ihre exzellenten Rotweine aus Dornfelder, Lemberger, Sankt Laurent, Spätburgunder und Schwarzriesling bekannt, doch auch die im Barrique ausgebauten Weißweine sind beachtlich

 

Die besten Weinberge zwischen Kallstadt und Neustadt an der Weinstraße liegen fast ausnahmslos im Wind- und Regenschatten des Haardtgebirges auf der Westseite der Bundesstraße 271. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich hier auf den Riesling, der im trockenen, wie auch im edelsüßen Bereich Weine von Weltklasse erbringen kann. Von Kallstadt über Ungstein bis Bad Dürkheim befinden sich die Spitzenlagen auf einem ausgedehnten Kalksteinriff. Hier wachsen Rieslinge mit einer ungemein festen mineralischen Struktur und rassiger Säure, die häufig einige Jahre Reifezeit benötigen, um ihre verborgenen Schätze freizugeben. Es sind zugleich die alterungsfähigsten Weine der Region. Besonders Bernd Philippi hat sich in der Vergangenheit mit beeindruckenden Rieslingen aus dem Kallstadter Saumagen hervorgetan, doch seit einiger Zeit macht auch das Weingut Pfeffingen von sich reden, dessen Scheureben zu den Besten des Landes gehören können. Bad Dürkheim ist das Zentrum der Mittelhaardt - vor allem das Touristische. Sein alljährliches Weinfest, der „Wurstmarkt“, lockt zehntausende Besucher an, die an den Ständen jedoch häufig mit Weinen abgespeist werden, die mit den großen Rieslingen der Region nicht einmal annähernd etwas zu tun haben. Möglicherweise liegt es auch an den problemlosen Absatzmöglichkeiten für einfachsten Wein, dass sich bislang noch keiner der vielen Bad Dürkheimer Betriebe trotz ausgezeichneter Lagen ernsthaft in der Spitzengruppe der Pfälzer Weinerzeuger hat etablieren können. Karl Schaefer und Kurt Darting sind jedoch sehr zuverlässige Produzenten.

 

Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg verfügen über eine Fülle herausragender und zum Teil weltberühmter Einzellagen. Den besten Ruf genießt das Forster Kirchenstück, nachdem es bereits um 1830 von der königlichen Steuerkatasterkommission der höchsten von insgesamt 65(!) Klassen zugerechnet wurde. Dennoch ist es müßig darüber zu streiten, welche der rund 20 Toplagen die besten Weine hervorbringt. Die Flurbereinigung brachte es ohnehin mit sich, dass der größte Teil der Weinberge Mitte der 80er Jahren neu bepflanzt wurde und die Rebstöcke somit erst langsam wieder in das nötige Alter kommen, um den Möglichkeiten ihrer Standorte voll Rechnung tragen zu können. Vorherrschende Bodenart ist hier verwitterter Sandstein, der je nach Lage Anteile von Lehm, Geröll, Kalk oder Ton enthalten kann. Die drei „großen B“, die Weingüter Geh. Rat von Bassermann-Jorden, Reichsrat von Buhl und Dr. Bürklin-Wolf haben nach einer Schwächeperiode in den 80er Jahren nun endlich wieder ihren Platz an der Spitze eingenommen, ohne jedoch dabei Georg Mosbacher verdrängen zu können. Biffar, Dr. Deinhard und das von Moselwinzer Ernst Loosen wiederbelebte Gut J. L. Wolf sind dabei ernstzunehmende Konkurrenten.

 

Die Weinberge, der kurz vor Neustadt liegenden Orte Gimmeldingen, Mußbach und Haardt, verdanken ihre heutige Reputation allein Kellermeister Hans-Günter Schwarz vom Weingut Müller-Catoir. Mit seinen strahlenden, ungemein fruchtigen und doch so ernsthaften, wie lagerfähigen Weinen, war er das Vorbild einer ganzen Winzergeneration und sorgte damit für einen dramatischen Anstieg der Weinqualität während der letzten 20 Jahre. Einer der interessantesten Aufsteiger ist das Weingut Christmann in Gimmeldingen. Neben bekannten Ruppertsberger, Deidesheimer und Gimmeldinger Lagen kommt hier vor allem der unterschätzte Königsbacher Idig wieder zu Ehren

Idig 

Der Bereich Südliche Weinstraße

 

Südlich von Neustadt werden die absoluten Spitzenlagen rar, was eine Reihe gewissenhafter Weinmacher nicht daran hindert, großartige Tropfen zu keltern. Der Riesling spielt hier eine weniger bedeutende Rolle, als in den nördlichen Regionen. Dennoch entstehen in windgeschützten Lagen und auf geeigneten Böden Rieslinge, die ohne Weiteres mit jenen aus der Mittelhaardt mithalten können. Die besten Rieslinglagen sind der Birkweiler Kastanienbusch, mit einem flachgründigen, harten Boden aus Rotliegendem, sowie der Burrweiler Schäwer, ein Ausnahmeweinberg mit reinem Devonschieferboden. Rebholz beziehungsweise Meßmer sind hier mit Abstand die erfolgreichsten Produzenten in diesen Lagen.

 

Konkurrenz bekommen die Beiden seit einiger Zeit aus einer der Produktion von Spitzenrieslingen bislang eher unverdächtigen Ecke: das Weingut Bergdolt in Duttweiler hat sich spätestens seit 1999 unter die absolut besten Rieslingerzeuger Deutschlands eingereiht - allerdings zum Teil mit Weinen aus dem Ruppertsberger Reiterpfad, einer klassischen Rieslinglage der Mittelhaard, in die sich die Brüder Bergdolt vor einigen Jahren einkauften. Erheblich größere Bedeutung als der Riesling haben in der Südpfalz jedoch immer noch die Burgundersorten. Die oft tiefgründigen Lößlehmböden bieten beste Voraussetzungen für Grau- und Weißburgunder. Auf Parzellen mit hohem Kalkanteil, oder gar Kalkgestein im Untergrund, erbringt auch der Spätburgunder hervorragende Ergebnisse. Neben Meßmer und Rebholz produziert vor allem Rainer Bergdolt in Duttweiler Burgunderweine, die den feinsten Exemplaren aus Baden ernste Konkurrenz machen, die meisten sogar übertreffen. Weitere Spitzenbetriebe sind Dr. Wehrheim in Birkweiler, Münzberg in Godramstein und Friedrich Becker in Schweigen am südlichsten Zipfel des Weinbaugebietes. Dessen Weinberge befinden sich zum guten Teil bereits auf französischem Gebiet. Ob seine Rotweine deshalb so gut sind?

Kastanienbusch 

Learning by tasting

Zu dieser Folge empfehlen wir, folgende Weine zu probieren:

Weingut Philipp Kuhn, Philipps Drei, Riesling

Weingut Christmann, Weißburgunder

Weingut Friedrich Becker, Spätburgunder

Mehr Infos zu den Weinen finden Sie hier

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Peter Dell: Leiche in Spätburgunder
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