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Großes Gewächs

In Deutschland im Jahre 2002 vom VDP (Verband deutscher Prädikats- und Qualitäts-Weingüter) für ihre Mitglieder eingeführte Bezeichnung für qualitativ hochwertige Lagen bzw. Parzellen (Teile) von Lagen. Dies kann gemäß den VDP-Bestimmungen von allen deutschen Anbaugebieten genützt werden, wobei es zwei Ausnahmen gibt. Das Anbaugebiet Moselverwendet derzeit als einziges die Bezeichnung Erste Lage, dem Anbaugebiet Rheingauist als einzigem die Bezeichnung Erstes Gewächsvorbehalten. Die drei Begriffe haben jedoch die gleiche Bedeutung;

DAS KLASSIFIKATIONSMODELL DES VDP-PFALZ 

       



GROSSE GEWÄCHS LAGENKARTE - STAND 2005 (pdf-

ERSTE LAGE

Aus den besten Weinbergen Deutschlands. Von trockenen Grossen Gewächsen zu fruchtsüßen Prädikatsweinen.


Die hochwertigsten Terroirs sind parzellengenau abgegrenzt und bestimmten Rebsorten und Geschmacksprofilen zugeordnet, Ertrag max. 50 hl/ha, selektive Handlese, Mostgewicht mind. Spätlese, Vermarktung ab dem 1. September, Rotweine ein Jahr später

KLASSIFIZIERTE LAGE
Nur Weine aus traditionellen und hochwertigenWeinbergen werden mit dem Lagenamen ausgestattet.

Aus der Vielzahl der weingesetzlichen Lagen wurde eine kleine Gruppe charaktervoller, traditioneller Weinberge klassifiziert. Keine Einschränkung bei den Geschmacksprofilen, Ertrag maximal 65 hl/ha, regional festgelegte Rebsorten und höhere Mindestmostgewichte

GUTSWEINE UND ORTSWEINE
Basisweine auf hohem Niveau - Spiegel der regionalen Terroirs

Anbau von mindestens 80% VDP empfohlener traditioneller und gebietstypischer Rebsorten, Ertragsbegrenzung auf maximal 75 hl/ha, regional festgelegte Mindestmostgewichte

*Diese Rahmenbedingungen des Bundesverbandes sind in den einzelnen Regionen teilweise enger gefasst. Bei allen Weinen garantiert der Traubenadler auf der Kapsel einen ökologisch verantwortlichen Weinbau, eine Vinifikation ausschließlich mittels traditioneller Verfahren, regelmäßige Betriebsprüfungen und organoleptische Qualitätskontrollen sowie bestimmte Vermarktungsrichtlinien. Die Begriffe ERSTE LAGE und GROSSES GEWÄCHS sind Eigenmarken des VDP.

DAS VDP KLASSIFIKATIONSMODELL VON 2006*
Meilenstein einer terroirgeprägten Weinkultur in Deutschland Die hochwertigsten Terroirs sind parzellengenau abgegrenzt und bestimmten Rebsortenund Geschmacksprofilen zugeordnet, Ertrag maximal 50 hl/ha, selektive Handlese,
Mostgewicht mindestens Spätlese, Vermarktung ab 1. September, Rotweine ein Jahr später us der Vielzahl der weingesetzlichen Lagen wurde eine kleine Gruppe charaktervoller, traditioneller Weinberge klassifiziert. Keine Einschränkung bei den Geschmacksprofilen, Ertrag maximal 65 hl/ha, regional festgelegte Rebsorten und höhere Mindestmostgewichte nbau von mindestens 80% VDP empfohlener traditioneller und gebietstypischer Rebsorten, Ertragsbegrenzung auf maximal 75 hl/ha, regional festgelegte Mindestmostgewichte

ERLÄUTERUNGEN ZUR KLASSIFIKATION DES VDP Pfalz

Die Verwendung des Logos Erste Lage ist an die Erfüllung folgender Kriterien geknüpft

WEINBERG
Die Erfahrung der beteiligten Güter bildet die Grundlage zur Klassifikation herausragender Weinbergslagen. Historische Dokumente zur Bonität der einzelnen Lagen, wie z.B. die königlich Bayerische Bodenbewertung von 1828, sind richtungweisend. Die Begutachtung der Lagen erfolgt durch eine Kommission der beteiligten Weingüter. Zur Beurteilung des Reifepotentials und des Charakters der Weine wird eine Vertikalverkostung von Weinen mehrerer Jahrgänge durchgeführt.
REBSORTEN
Die Weine werden aus den Rebsorten Riesling, Weißer Burgunder und Spätburgunder erzeugt.
ERTRAG
Die Erntemenge ist auf einen Ertrag von maximal 50 hl pro Hektar beschränkt.
LESE UND LESEZEITPUNKT
Die Trauben werden selektiv von Hand geerntet. Das natürliche Mostgewicht liegt für Riesling bei mindestens 90° Oechsle und für Burgunder bei mindestens 95° Oechsle.
VINIFIKATION
Die Weine werden ausschließlich mittels traditioneller Produktionsverfahren erzeugt.
ZERTIFIZIERUNG
Neben der üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und Prüfung: Die qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg und insbesondere das Ertragsniveau, werden in jedem Weinberg während der gesamten Vegetationsperiode und vor der Lese überwacht. Die Weine werden vor und nach der Abfüllung durch eine Prüfungskommission verkostet.
GESCHMACKSTYPUS
Alle Grossen Gewächse werden in der Pfalz trocken ausgebaut. Daneben gibt es aus den Ersten Lagen edelsüße Weine ab Prädikat Auslese.

KENNZEICHNUNG
Die Grossen Gewächse werden in eine rotbraune Sonderflasche mit Prägung des Zeichens Erste Lage gefüllt. Diese Flaschen tragen die VDP Kapsel mit dem Traubenadler und ein besonderes Etikett auf dem der Wein und das Weingut bezeichnet werden. Die gesetzlichen Angaben befinden sich auf einem gesonderten Etikett.
VERMARKTUNG
Die Vermarktung der Weine erfolgt nicht vor dem ersten September des auf die Ernte folgenden Jahres. Spätburgunder reifen über mindestens 12 Monate im Holzfass und kommen so ein weiteres Jahr später auf den Markt. Die Pfalz, eine der schönsten Landschaften Deutschlands, gilt als wahres Paradies für Genießer. Lebensfreude und Genuss werden hier seit jeher groß geschrieben. Verwöhnt von den rund 1.800 Sonnenscheinstunden im Jahr gehören Feigen und Mandelbäume genauso zur Natur wie die Reben. Die Weinberge der Pfalz erstrecken sich im Wind- und Regenschatten des Haardtgebirges entlang der Deutschen Weinstraße: Im Norden von Bockenheim bis nach Schweigen, im Süden bis zur Grenze des Elsaß. Man findet entlang der Weinstraße eine Vielzahl unterschiedlicher Bodenarten, und somit optimale Bedingungen für den Anbau terroirgeprägter Spitzenweine. Das Hauptaugenmerk liegt im Gebiet der Mittelhaardt traditionell auf dem Riesling, der hier seit langer Zeit im trockenen als auch im edelsüßen Bereich Weine von großer Klasse hervorbringt. Von Kallstadt über Ungstein bis Bad Dürkheim befinden sich die Spitzenlagen auf einem Kalksteinriff, während von Wachenheim bis nach Gimmeldingen Buntsandsteinverwitterungsgestein die Böden bestimmt. In diese sind je nach Lage Kalkstein, Ton, Basalt oder Lehm eingelagert. Mit Weinen aus weltberühmten Lagen wie dem Forster Kirchenstück, gelangten Traditionsweingüter wie Dr. Bürklin-Wolf, Dr. von Bassermann-Jordan oder Reichsrat von Buhl bereits in den letzten Jahrhunderten zu Weltruhm. Im Bereich südlich von Neustadt spielen die Burgunder, mit denen einige der Weingüter in den letzten Jahren Furore machten, eine ebenso wichtige Rolle wie der Riesling. Oftmals findet man hier Muschelkalkböden, die sehr gute Bedingungen für die Erzeugung großer Weiß-, Grau- und auch Spätburgunder bieten. Aber auch für den Riesling gibt es ganz besondere Terroirs, wie z.B. der Kastanienbusch in Birkweiler, der größtenteils Gesteine von oberrotliegendem „Roten Schiefer" besitzt.

„Wir haben nichts Wertvolleres als den Boden, auf dem unsere Reben stehen" lautet so auch der Kern der „Erklärung der Vier zur Lage", welche die Begründer der Lagenklassifikation in der Pfalz, die Weingüter Dr. Bürklin-Wolf, A. Christmann, Koehler-Ruprecht und Georg Mosbacher, im Jahre 1997 veröffentlichten.